St. Elisabeth
Kirche in Borntosten:

Dieser ältere Artikel beruht auf der freien Wiedergabe der Festrede von Josef Götte zum 40-jährigen Jubiläum der Borntostener Kirche. Der Text ist daher auch ein bisschen holperig. ;-)

Was waren das noch für Zeiten.... Die Borntostener Gläubigen mussten bis 1952 immer zur Pfarrkirche nach Heddinghausen. Autos gab es kaum und somit musste man bei Sturm und Regen, bei Schnee und Frost die ca. 5 km zu Fuß gehen.

Der Krieg war erst kurze Zeit vergangen. Die Menschen hatten das Bedürfnis ein Gotteshaus zu bauen; so eines, wie alle umliegenden Gemeinden bereits eines hatten. Ein Grund hierfür war sicherlich auch die Dankbarkeit einiger Männer, dass sie heil aus dem Krieg zurückgekommen waren. Der Gemeinde wurde allerdings bis dahin immer wieder ein Strich durch die Rechnung gemacht. Gegen den Willen von Paderborn, Pastor und Nachbarn fing man dann aber doch mit dem Kirchenbau an.

Wilhelm Frese hatte die Initiative ergriffen. Mit anderen aus Borntosten gründete er einen 22-köpfigen Kapellenbauverein. Die ersten Pläne wurden geschmiedet. Er wollte ursprünglich, dass die Kirche auf seinem Grund unterhalb der alten Schule gebaut würde. Dies stieß aber nicht auf viel Begeisterung in der Bevölkerung.

Die Kirche, so war man sich dann einig, sollte am Anfang des Dorfes stehen.

Der Baron musste zuerst etwas bedrängt werden. Willigte dann aber doch ein, so dass die Kirche auf seinem Grundstück gebaut werden konnte.

Die Bauaufsicht hatte Wilhelm Frese. Jetzt musste die finanzielle Seite geregelt werden; den Grundstock dafür lieferte Ferdinand von Elverfeldt. Er stiftete den Bauplatz für die Kirche im Wert von 12.000,- DM.

Dann wurde ein Schlüssel erstellt - auf der Basis der 12.000,- DM - wonach jeder nach der Größe seines Grundbesitzes seinen Beitrag zu leisten habe. Somit kamen noch einmal 12.000,- DM zusammen. Dieses, das war allen klar, reichte natürlich nicht aus, um eine Kirche zu bauen. Man rechnete aber noch mit vielen Spenden. Der Grundstock war aber erst einmal gelegt.

Lehrer Scholz war Schriftführer. Mit seiner Schulklasse war er eine große Hilfe beim Bau der Kirche. Die Kinder mussten Waschsteine und Ziegeln bewegen.

Kassierer war Josef Götte. Er war dafür zuständig möglichst viele Spenden einzutreiben. Erwähnenswert sind hier vor allem die Gemeinden Heddinghausen, Leitmar und Giershagen, die nach Baubeginn den Kirchenbau sehr unterstützt haben.

Aus Marsberg erhoffte man sich viel Geld. Aber eine kirchliche Genehmigung für die Sammlung hatte man nicht eingeholt, was den Borntoster dann auch beinahe zum Verhängnis wurde. Der Probst durfte daher auch nichts von der Sammlung erfahren. Josef Götte ging zu allen Firmen und Geschäftsleuten, die irgendwie mit Borntosten zu tun hatten. Die Sammlung war sehr erfolgreich. Als er abends wieder ins Dorf kam - es war schon dunkel - kam ihm der Lehrer Scholz entgegen. Nachdem der Lehrer hörte, dass die Aktion sich gelohnt hatte, musste er Josef Götte jedoch eine schlechte Nachricht kundtun. Der Probst in Marsberg hatte von der Sammlung erfahren und wollte über den Pastor Peitz in Heddinghausen das Geld sofort beschlagnahmen lassen.

Es gab nur eine Möglichkeit, um dieses zu verhindern. Das Geld musste noch am gleichen Abend verschwinden. So entschloss man sich die schon reichlich angefallenen offenen Rechnungen noch am selben Abend bei den Firmen zu bezahlen. So hatte dann Pastor Peitz das Nachsehen.

Auslöser für die beinahe Beschlagnahmung war:

Als Josef Götte beim Drogeristen Kemper in Marsberg sammelte, kam zur gleichen Zeit eine Frau in den Laden, die für eine Kapelle im Sennelager sammelte. Sie hatte einen Genehmigungsschein vom Probst. Als sie durch nachfragen erfuhr, dass Josef Götte keine Genehmigung hatte, ging sie zum Probst und das Schicksal nahm seinen Lauf.

Wegen der langen Strecke nach Heddinghausen, gingen die Gläubigen in der Regel nach Leitmar zur Messe, bei Pater Meinolf; aber auch nach Giershagen zu Pastor Dr. Lamers. Von dem wurde gesagt: Wo der ist, da braucht man keine Polizei und keinen Lehrer. Er reservierte in der Kirche für die Kinder aus Borntosten die erste Bank unter der Kanzel. Dort durfte kein Giershagener sitzen. Aber er war auch nicht ganz uneigennützig. Er kam ein- bis zweimal im Jahr in jedes Haus in Borntosten und sammelte. So musste z.B. der damalige Teppich im Altarraum von Borntosten gespendet werden. Er hatte auch einmal vorgehabt Borntosten einzugemeinden. Das ist ihm dann aber nicht geglückt.

Josef Götte: Wir haben uns gegen den Pastor und Paderborn vehement aufgelehnt, aber wir waren auch opferbereite Christen und nicht nur widerborstig.

Zusätzlich zu den 12.000,- DM von Ferdi von Elverfeldt und 12.000,- von den Einwohnern gab es noch Sonderspenden. Unter anderem stifteten von Elverfeldt das Bauholz, Wilhelm Frese das Harmonium, das erste Messgewand und die Monstranz.

Als Innenarchitektin betätigte sich Baronin Rosa von Elverfeldt. Die Frauen im Dorf hatten sich durchgesetzt und als Namenspatronin die Elisabeth auserwählt. Wahrscheinlich, weil es einige Frauen im Dorf gab, die diesen Vornamen trugen. Baubeginn der Kirche war März 1952. Die Elisabeth saß somit den Borntoster im Nacken, da Sie im November Namenstag hat. Wegen der Zeitnot musste dann auch jeder helfen. Und es kam auch jeder mit Schippe, Hacke, Pferdegespann oder Trecker. Das Dorf war eine Einheit.

Bunsen Josef (Mühle) aus Marsberg saß in Paderborn im Finanzausschuss und sorgte dafür - nachdem der Bau schon begonnen war - dass dort auch noch einmal 2000,- DM locker gemacht wurden. Wohingegen zuvor Baum Johann - der für Finanzen in Paderborn zuständig war - dieses abgelehnt hatte, weil Borntosten ja keine Genehmigung für den Kirchenbau bekommen hatte. Auch die Handwerker gaben ihres. Sie nahmen nur wenig Geld. Vor allem Herr Gerold aus Leitmar.

Nachdem die Kirche nun stand, konnten Pastor Peitz und Paderborn ihre Abwehrhaltung nicht mehr aufrechterhalten. Aber für den Unterhalt - so Paderborn - mussten die widerborstigen Borntostener selber aufkommen. Anfänglich sollten im Monat von jedem Gläubigen 5,- DM eingesammelt werden. Nachher einigte man sich jedoch auf 5,- DM je Haushalt im Monat. Bis heute noch wird dieses Geld eingesammelt, um die Kirche zu unterhalten.

Autor: Reinold Frese


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